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Was ist Nachhaltigkeit?

Prozesse so zu gestalten, dass wirtschaftliche und soziale Handlungen die Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt abwägen.
Eine gesicherte und ökologisch positive Zukunft wird nur durch ein intaktes Gefüge aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Handeln möglich. Dafür stehen Herstellerverantwortung, Eigenverantwortung und Informationswillen.

 

Müllvermeidung, Wiederverwendung, Recycling

“Das Verpackungsgesetz setzt aufs Recycling”, so Philipp Sommer, Spezialist für Kreislaufwirtschaft der Deutschen Umwelthilfe. “Das eigentliche Problem ist aber der wahnsinnige Ressourcenverbrauch.”

Laut der sogenannten Abfall-Hierarchie hat die Vermeidung von Müll oberste Priorität. Es folgt die Wiederverwendung von Stoffen, zum Beispiel, wenn eine Glasflasche gereinigt und neu befüllt wird, statt sie einzuschmelzen. An dritter Position steht das Recycling. Dazu zählt etwa das Pressen von Plastikmüll zu Ballen, die der Industrie erneut als Ressource dienen. An vierter Stelle liegt schließlich das Verbrennen von Müll, am wenigsten erwünscht ist die Deponierung. “Bei der Vermeidung und der Wiederverwendung passiert momentan gar nichts, da müssten wir aber aus ökologischer Sicht hin”, sagt Sommer. Die Sorge der Umweltschützer ist, dass die Bürger einfach unbeschwert alles wegwerfen, weil ihnen ständig suggeriert wird, dass der Müll wiederverwendet werde.

Die Bundesländer fordern eine deutlichere Kennzeichnung von Einweg- und Mehrwegverpackungen, an der sich Verbraucher orientieren können. Mehrweg bedeutet, dass Flaschen und Becher tatsächlich erneut befüllt werden – und nicht erst geschreddert, wie beispielsweise PET-Einwegflaschen. Laut einer Ökobilanz des Heidelberger IFEU-Instituts sind Mehrwegflaschen und Mehrwegbecher durchweg umweltfreundlicher als ihr Einweg-Pendant. Laut derzeitigem Entwurf müssen Händler künftig aber nur in der Nähe ihrer Regale darauf hinweisen, wenn darin Einwegflaschen stehen. Eine verpflichtende Mehrweg-Quote fehlt im Gesetz vollständig.

Thomas Pretz, Leiter des Instituts für Aufbereitung und Recycling an der RWTH Aachen, bezweifelt allerdings, wie viel Einfluss der Gesetzgeber tatsächlich darauf hat, welche Verpackung sich durchsetzt. “Das ist politisches Wunschdenken, die Abstimmung findet beim Konsumenten statt.” Bereits die erste Verpackungsverordnung vor 25 Jahren habe es sich zum Ziel gesetzt, die Müllmenge zu reduzieren – bis heute ohne Erfolg. Allerdings habe sie bestimmte Techniken überhaupt erst ermöglicht: “Die Technologie zum Kunststoffrecycling haben wir nur der Verpackungsverordnung zu verdanken”, sagt Pretz.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 11.05.2017

 

 

Warum Becher aus Polypropylen?

Polypropylen ist ein harter, fester und belastbarer chemischer Kunststoff mit der geringsten Dichte aller Massenkunststoffe. Becher aus Polypropylen sind von Bisphenol A frei, können tausendfach wiederverwendet werden um nach ihrer Entsorgung recycelt zu werden. Sie werden für Regentonnen, Aussenmobiliar, Koffer und Schulranzen, sterilisierbare medizinische Geräte, Brillenfassungen, Möbel und Wohnaccessoires mit Kunststoffanteilen, etc. verwertet.

Durch die vielfache Mehrfach- und Wiederverwendung von Mehrwegbechern oder Tassen aus Polypropylen werden aktiv Abfälle vermieden und Ressourcen geschont.